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Wichtiger für die Entwicklung von Standardverträgen war die Umstrukturierung von Tarifverhandlungen und Unternehmensstrategien. Erstens waren ab den 90er Jahren sektorale Verhandlungen über Lohn-, Arbeitszeit- und Arbeitsplatzstabilität vor allem charakteristisch für das verarbeitende Kerngewerbe in Deutschland. Dies führte zu einer größeren Flexibilität im Rahmen von Tarifverträgen in Bezug auf Lohn- und Arbeitszeitanpassung. Mittel- und langfristig trugen diese Umstrukturierungsschritte zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit im exportorientierten Sektor und zur relativen Stabilisierung der Standardarbeitsverträge für die Kernarbeitskräfte bei, wenn auch unter Bedingungen, die weniger “starr” und flexibler sind als in der Vergangenheit. Gleichzeitig förderten die Arbeitgeber im verarbeitenden Gewerbe aber auch Outsourcing und Offshoring und zogen damit die Grenzen der Stammbelegschaft enger. Ferner ist zu beachten, daß im privaten Dienstleistungssektor, insbesondere in hochqualifizierten Berufen, erhebliche Beschäftigungszuwächse bei Standardarbeitsverträgen zu verzeichnen waren, die die stagnierende und eher schrumpfende Beschäftigungskapazität des verarbeitenden Gewerbes ausgleichen. Allerdings ist die Tarifdeckung in vielen der dynamischsten privaten Dienstleistungen viel geringer, was auch zur Zunahme der Lohnstreuung und der niedriglohngünstigen Löhne beiträgt (Dustmann et al. 2009; Dustmann et al. 2014). Wie bei der befristeten Beschäftigung hat sich auch die Leiharbeit in den letzten Jahrzehnten zunehmend liberalisiert, wobei der wichtigste Deregulierungsschritt 2003 im Rahmen der Hartz-Reformen unternommen wurde. Hier wurden praktisch alle Beschränkungen der Leiharbeit aufgehoben, wie die maximale Dauer der Arbeitsverträge, das Verbot der Synchronität zwischen Arbeitsvertrag und Einzelaufträgen oder das Wiedereinstellungsverbot. Gleichzeitig wurden gleiches Entgelt und Gleichbehandlung als allgemeines Prinzip festgelegt. Abweichungen wurden jedoch für die Anfangszeiten der Beschäftigung nach Phasen der Arbeitslosigkeit und vor allem durch Tarifverträge zugelassen.

Dies führte zu einer nahezu vollständigen Abdeckung des Agentursektors durch Tarifverträge – die Löhne liegen jedoch deutlich unter denen der großen Verwendersektoren wie der Metallindustrie.

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